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Schwimmbad- und Wellness-Magazin.
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Pools aus Kunststoffen

Was steckt genau im einenem Kunststoffbecken drin und welche Farben liegen heute im Trend?

Bei der Auswahl der passenden Schwimmbeckenkonstruktion spielen verschiedene Kriterien eine Rolle. Neben den optischen Gesichtspunkten zählen dazu unter anderem die Kosten, die Bauzeit und die Gegebenheiten vor Ort, aus denen sich ergibt, ob die gewünschte Schwimmbeckenkonstruktion überhaupt gebaut werden kann.

Kunststoff ist eine übergeordnete Bezeichnung für eine Vielzahl verschiedener synthetisch hergestellter chemischer Verbindungen, die plastische oder nahezu starre Eigenschaften aufweisen. Kunststoffe lassen sich in drei Gruppen unterteilen: thermoplastische Kunststoffe – z.?B. Polyvinylchlorid (PVC), Polypropylen (PP), Polyethylen (PE), elastomere Kunststoffe – z.?B. Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Nitril-Butadien-Kautschuk (NBR) und duroplastische Kunststoffe – z.?B. ungesättigte Polyesterharze (UP), Epoxidharz (EP).

Pool_aus_Kunststoff

Im Bereich der Schwimm- und Badebeckenwasseraufbereitung ist die Besonderheit gegenüber vielen anderen Anwendungsbereichen, dass Kunststoffe meist ständig in Kontakt mit dem Wasser sowie den darin befindlichen Inhaltsstoffen stehen. Hinzu kommt, dass insbesondere Außenschwimmbäder starken Temperaturschwankungen (Sommer – Winter) sowie Einwirkungen durch den UV-Anteil des Sonnenlichtes ausgesetzt sind. Aufgrund dessen eignen sich insbesondere folgende Materialien: Polyvinylchlorid (PVC), glasfaserverstärktes Polyester (GFK) und Polypropylen (PP).

Hygienische Unbedenklichkeit

Ein besonderes Augenmerk ist auf die hygienische Unbedenklichkeit zu legen, da Kunststoffe zum einen aus Makromolekülen bestehen, die sich durch äußere Einflüsse in der Struktur geringfügig verändern können. Zum anderen stellen sich Kunststoffe als organisches Material dar, welches als möglicher Nährboden für Mikroorganismen dienen kann. Für öffentliche Schwimmbäder gibt das Regelwerk DIN 19643 vor, dass Materialien, die mit dem Wasser in Berührung kommen, die Wasserbeschaffenheit nicht beeinflussen dürfen und gegenüber der physikalisch-chemischen Wasserbeschaffenheit sowie dem Aufwuchs von Mikroorganismen indifferent sein müssen.

Im ausschließlich privat genutzten Pool ist die Vorgabe allgemeiner gehalten. Dennoch ist auch hier sicherzustellen und nachzuweisen, dass weder die Wasserbeschaffenheit durch das Beckenmaterial beeinträchtigt wird noch das Beckenmaterial den Aufwuchs von Mikroorganismen begünstigt.

Es ist daher empfehlenswert, sich sowohl für das öffentliche als auch für das private Schwimmbad in Bezug auf die verwendeten Materialien an die vorhandenen und anerkannten Nachweisverfahren zu halten. Die Herstellung der Schwimmbecken aus den verschiedenen Kunststoffen erfolgt in unterschiedlichen Verfahren.

Schwimmbecken aus PVC oder PP werden aus einzelnen Platten in den gewünschten Abmessungen und Formen mittels Schweißverfahren zusammengesetzt. Dabei können sowohl Schwimmbecken mit Überlaufrinne als auch mit Oberflächenreiniger hergestellt werden. Üblicherweise werden bereits bei der Herstellung der Schwimmbecken die erforderlichen Einbauteile – z.?B. Rein­wassereinströmungen, Bodenabläufe, Unterwasserscheinwerfer – angebracht.

Fertigbecken_Pool

Schwimmbecken aus GFK hingegen werden mittels Glasfasermatten und einem Harz-/Härtergemisch auf einer vorab hergestellten Negativform hergestellt. Dieses Verfahren ist z.?B. auch aus der Herstellung von Bootsrümpfen bekannt. Durch einzelne Negativformen (auch als Segmente bezeichnet) lassen sich ebenfalls unterschiedliche Formen herstellen, indem die einzelnen Beckensegmente zusammengesetzt werden.

Die Verarbeitung von GFK unterliegt einem genau definierten Prozess, bei dem die Umgebungsbedingungen sowie die Qualität des Auftragens von Glasfaser und dem Harz-/Härtergemisch eine tragende Rolle spielen. Durch die Verwendung von unterschiedlichen Zusatzstoffen lassen sich die chemischen und mechanischen Eigenschaften auf den Anwendungsbereich einstellen.

Inzwischen lässt die Verwendung von bestimmten Auftrags- und Spritzverfahren auch für die Gestaltung in Bezug auf die Optik verschiedene Möglichkeiten zu. So liegen momentan neben den klassischen Weiß- und Blautönen auch Farb­effekte wie z.?B. Metallic in Verbindung mit Grau stark im Trend.

Besonderheiten eines Fertigbeckens

Weil das Schwimmbecken beim Hersteller gebaut wird, spricht man umgangssprachlich auch von Fertigbecken. Diese Fertigbecken werden in der Regel in einem Stück hergestellt und zum Kunden transportiert. Hier zeigt sich der besondere Vorteil dieser Beckenart: Die Bauzeit vor Ort beim Kunden ist sehr kurz.

Nicht zu unterschätzen sind jedoch der Transport und die Einbringung. Nicht selten sind Kräne erforderlich, um ein Schwimmbecken über vorhandene Gebäude zu bewegen. Besonders spektakulär sind Sondertransporte via Helikopter.

Auch dies kommt bei besonderen Grundstückslagen hin und wieder zur Anwendung. Bereits in der Planungsphase ist darauf zu achten, dass die Lage und der Untergrund, auf dem die Betonkonstruktion errichtet wird, geeignet sind – damit im Nachhinein keine Setzungen und Verschiebungen auftreten. Das gilt insbesondere bei Hanglagen.

Es ist zu berücksichtigen, dass Fertigbecken aufgrund des relativ geringen Eigengewichtes je nach Grund­wasser im entleerten Zustand auftreiben können. Dies sollte gerade dann einbezogen werden, wenn eine Überwinterung oder eine Reinigung des Schwimmbeckens ansteht.

Fertigschwimmbecken werden nach Absetzen auf die Bodenplatte und Nivellierung – besonders bei Schwimmbecken mit Überlaufrinne – im Bereich zwischen Beckenwand und Erdreich aufgefüllt. Das Auf­füllen ist ein Vorgang, bei dem nicht einfach irgendein zur Verfügung stehendes Material eingeschüttet wird.

Da viele Rohrleitungen und Kabel in diesem Bereich vorhanden sind, soll das Füllmaterial vorsichtig und langsam eingebracht werden. Auch sollte es sich weder ausdehnen noch schrumpfen oder gar aufgrund ablaufender exothermer Reaktionen stark erwärmen.

Es ist da­ran zu denken, dass Rohrleitungen und Kabel auch im Laufe der Zeit beschädigt werden können. Daher bietet es sich an, wenn möglich, die Installation auf einer Beckenseite zusammenzufassen, sodass bei einer nötigen Instandsetzung später nur ein begrenzter Bereich freizulegen ist. Noch besser ist ein Installationsschacht entlang einer Beckenseite.

Pool_aus_Kunststoff_

In Bezug auf die statischen Besonderheiten von Fertigbecken gibt es zwei mögliche Varianten: Entweder eine Beckenkonstruktion mit statischen Verstärkungen, sodass dieses Becken auch in gefülltem Zustand ohne weitere Abstützungen aufgestellt werden kann. Oder eine Beckenkonstruktion ohne zusätzliche Verstärkungen, sodass hier durch entsprechende Verfüllung – wie oben beschrieben – die Kräfte abgefangen werden.

Weitere Besonderheiten bei Fertigbecken sind, dass sie bereits bei der Herstellung mit einer Wärmedämmung versehen werden können. Das ist bei hochwertigen Becken standardmäßig der Fall. Möchte der Kunde eine kurze Bauzeit und dennoch anstelle des Kunststoffbeckens eine Beckenauskleidung mit keramischen Belägen (Fliesen), ist dies bei vielen Kunststoffen möglich.

Fertigbecken aus geeigneten und fachgerecht verarbeiteten Kunststoffen sind eine zunehmende Gruppe an Beckenkonstruktionen, die durch kurze Bauzeiten, Varianten- und Farbenvielfalt und hohe Beständigkeit gegenüber dem Schwimmbeckenwasser besondere Vorzüge haben.

Die sorgfältige Planung, Vorbereitung des Transportes und Anlieferung sowie Einbringung erfordern jedoch ein hohes Maß an Sorgfalt, damit der Badespaß auch sicher und dauerhaft gegeben ist.

Dieser Artikel ist in Ausgabe 55 des pool Magazins erschienen.

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