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Schwimmbad- und Wellness-Magazin.
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Ungetrübtes Badevergnügen mit Aufbereitungsalternativen?

Effizienz, Nachhaltigkeit, Erhaltung der Bausubstanz und Kosten sind einige Kriterien für die Entscheidungsfindung bei der Wahl der richtigen Wasserpflege-Methode für jeden Poolbesitzer.

Soll es lieber ein chlorhaltiges Produkt sein oder doch eine der vielen Alternativen, die im privaten Bereich angeboten werden? Damit ein Desinfektionsmittel sicher und zuverlässig wirkt, muss es wirksam gegen Mikroorganismen wie Viren, Bakterien und Pilze sein. Bei der Auswahl eines Desinfektionsmittels sind die verschiedenen Vor- und Nachteile hinsichtlich Handhabung, Lagerung, Transport und Auswirkung auf den pH-Wert zu berücksichtigen.
 
01_pool_wasserpflege.jpg Damit die ganze Familie Spaß am Pool hat, gilt es bei der Wasserpflege einiges zu beachten.
 
Natürlich steht auch der sichere Umgang mit den Wasserpflegemitteln im Vordergrund. Grundlegende Kriterien für die Desinfektionsmittel sind das Erfüllen der vier Anforderungen Wirksamkeit, schnelle chemische Reaktion, Depotwirkung und möglichst einfache, aber dennoch genaue Messbarkeit. Diese Kriterien sind bei chlorfreien Verfahren zum Teil eingeschränkt und können nicht unter allen Umständen parallel erfüllt werden. Dessen muss sich der Poolbetreiber bewusst sein. Vorab muss noch ein weit verbreitetes Missverständnis ausgeräumt werden: Salz ist keine Alternative zur Chlorung. Vielmehr dient die salzhaltige Lösung zur Herstellung von Chlor vor Ort. Folgende chlorfreien Verfahren sind zurzeit weit verbreitet:
 

Brom

Brom ist ein Halogen und somit prinzipiell zur Desinfektion von Schwimmbeckenwasser geeignet. Vorteil des Broms: Anders als Chloramine (gebundenes Chlor) sind die entsprechenden Bromamine geruchslos, reizen die Schleimhäute nicht und verfügen über eine unverminderte Desinfektionskraft. Nachteilig ist hingegen die grundsätzlich geringere Oxidationswirkung und der höhere Preis. Sicher in der Anwendung sind die sogenannten Brom-Sticks, in denen sowohl Brom als auch ein geringer Anteil Chlor enthalten sind, um die Löslichkeit zu optimieren. Brom-Sticks werden vorwiegend in Privatbädern und Whirlpools (Spas) eingesetzt.
 

Aktivsauerstoff

Sauerstoffabspaltende Verbindungen wie zum Beispiel Wasserstoffperoxid oder Persulfate werden als Oxidations- oder Desinfektionsmittel eingesetzt. Oxidierend beziehungsweise desinfizierend wirkt hierbei jedoch nicht Sauerstoff, wie ihn unsere Atemluft enthält, sondern ein Sauerstoffradikal. Da dieses Sauerstoffradikal relativ schnell zu molekularem Sauerstoff rekombiniert, also den Sauerstoff unserer Atemluft bildet, besteht die Desinfektions- beziehungsweise Oxidationswirkung nur wenige Stunden nach Zusatz des Mittels. Der Begriff „Sauerstoffmethode“ ist also etwas irreführend, da hierbei, wie bei den meisten Desinfektionsverfahren, dem Wasser ebenfalls eine Chemikalie zugesetzt wird und nicht etwa nur Sauerstoff. Eine Depotwirkung ist nur eingeschränkt vorhanden. In Privatbädern empfiehlt sich wegen der eingeschränkten Depotwirkung neben dem Einsatz der „Sauerstoffmethode“ in regelmäßigen Zyklen die Verwendung eines Algizids zur Algenvermeidung oder von Chlor zur Erlangung der Depotwirkung.
 

Ozon

Ozon ist eine radikale Form des Sauerstoffes und ein starkes Oxidationsmittel. Wegen seiner Giftigkeit wird es nur innerhalb der Aufbereitungsstrecke eingesetzt, das heißt, es wird nach der erforderlichen Kontaktzeit mit dem aufzubereitenden Wasser durch Aktivkohlefiltration wieder aus dem Wasserkreislauf entfernt. Die Verwendung von Ozon als Desinfektionsmittel in der Aufbereitungsstrecke ersetzt nicht die Zugabe eines Desinfektionsmittels in das Badebeckenwasser, Stichwort „Depotwirkung“. Die Vorteile der Ozonierung sind: wirksame Abtötung von Keimen, Oxidation wasserlöslicher, organischer Verschmutzungsstoffe wie zum Beispiel Harnstoff sowie niedrigerer Verbrauch des Desinfektionsmittels.
 

Biguanide und Wasserstoffperoxid

Biguanide werden als Desinfektionsmittel für Schwimmbadwasser angeboten. Ihr Wirkungsspektrum stellt nur teilweise einen Ersatz für Chlor dar, da mit Biguaniden Algenbildungen nur schwer kontrollierbar sind. Ferner sind Biguanide keine Oxidationsmittel, sodass der Abbau von organischen Verunreinigungen (Urin, Schweiß) nicht erfolgt. Biguanide sind im Wasser sehr beständig, müssen aber aufgrund des Wasseraustausches regelmäßig nachdosiert werden, Stichwort „Filterrückspülung, Verdunstung“. Auch bei diesem Verfahren muss die Konzentration von Biguaniden im Wasser regelmäßig kontrolliert werden, da zu geringe Mengen eine nicht ausreichende Desinfektionswirkung bedingen und zu entsprechenden Problemen führen können. Zu große Mengen können Augenreizungen und Geschmacksprobleme hervorrufen. Zu beachten ist: Biguanide vertragen sich nicht mit Chlor-, Brom-, Kupfer- oder Silberverbindungen. Sie sollten deshalb immer nur dann dosiert werden, wenn sichergestellt ist, dass das Schwimmbadwasser frei von den oben genannten Verbindungen ist, und sie sollten nie parallel mit diesen Verbindungen verwendet werden. Die meisten Hersteller empfehlen zusätzlich zu den Biguaniden die Verwendung von Wasserstoffperoxid zum oxidativen Abbau von wasserlöslichen Verschmutzungen und zur Algenprophylaxe.
 

Iod

Es gehört wie Chlor und Brom zur Gruppe der Halogene, ist aber den zuletzt Genannten wegen der wesentlich geringeren Oxidationskraft unterlegen. Darüber hinaus verleiht Iod dem Beckenwasser eine unansehnliche Braunfärbung, sodass unter Umständen die Sicherheitsanforderungen (einwandfreie Sicht über den ganzen Beckenboden) nicht gewährleistet sind.
 

Silber

Es verfügt über keine Oxidationswirkung und tötet Mikroorganismen nur sehr langsam ab. Verschiedene handelsübliche Zubereitungen enthalten geringe Mengen von Silber (u. a. Silberverbindungen) zur unterstützenden Wirkung.
 

Ultraviolett (UV)-Bestrahlung

Mittels eines Niederdruckstrahlers bei einer Wellenlänge von 254 nm oder eines Mitteldruckstrahlers bei größer 200 nm wird die Erbanlage (DNS) von Mikroorganismen angegriffen und zerstört. Vereinfacht ausgedrückt: Das Wasser ist nach der Behandlung weitestgehend keimfrei, verfügt aber über keine Depotwirkung im Schwimmbadwasser selbst.
 

Quartäre Ammoniumverbindungen (Quats)

Beim Betrieb von Freibädern kann es trotz Aufrechterhaltung eines Desinfektionsmittels zu einer Veralgung des Wassers kommen, insbesondere bei schwüler Witterung und nach Gewitterregen. Zur Vorbeugung gegen den Algenbefall und auch zur Beseitigung von vorhandenem Algenbewuchs eignen sich sogenannte Quats (quartäre Ammoniumverbindungen). In der Regel zeichnen sich Quats durch ihre Oberflächenaktivität aus und begünstigen bei höherer Anwendungskonzentration die Schaumbildung des Beckenwassers. Neuzeitliche Quats sind zum Teil schaumarm eingestellt oder schaumfrei.
 

Kupfer

Kupfersulfat, auch Kupfervitriol genannt, wurde gegen Algen in Schwimmbädern eingesetzt. Zum einen kann Kupfersulfat die Haare der Badenden verfärben, andererseits beobachtet man häufig nur schwer entfernbare Flecken an den Schwimmbadwänden. Hohe Konzentrationen führen zu einer Grünfärbung des Wassers. Heute gelten quartäre Ammoniumverbindungen als die bessere Alternative (siehe oben).
 

pH-Wert

Nahezu alle Verfahren erzielen nur dann die notwendige Effizienz, wenn der pH-Wert eingestellt ist. Der pH-Wert ist ein Maß für die Stärke der sauren beziehungsweise basischen Wirkung einer wässrigen Lösung. Der Begriff leitet sich von pondus Hydrogenii oder potentia Hydrogenii aus dem Lateinischen (pondus = Gewicht, potentia = Kraft, hydrogenium = Wasserstoff) ab. Die sorgfältige Einhaltung des pH-Wertes des Beckenwassers im Bereich um pH 7,0 (6,5 – 7,6) ist unerlässlich, um einerseits die verschiedenen Aufbereitungsmaßnahmen optimal durchführen zu können und andererseits das Wohlbefinden der Badenden nicht zu beeinträchtigen. Weiterhin gilt es, pH-bedingte Korrosionen und Kalkabscheidungen zu vermeiden.
 
02_pool_wasserpflege_phskala Der pH-Wert sollte idealerweise im Bereich von 6,5 bis 7,6 gehalten werden.
 
Diese Übersicht soll Ihnen grundlegende Informationen über die gebräuchlichsten alternativen Verfahren zur Chlorung, wie sie am Markt angeboten werden, an die Hand geben. Für alle Anwender gilt, dass die Chlorung in der Summe der Eigenschaften ein gutes Verfahren zur Desinfektion darstellt. Und nicht um jeden Preis ersetzt werden muss. ☐

Dieser Artikel ist in Ausgabe 64 des pool Magazins erschienen.

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