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Schwimmbad- und Wellness-Magazin.
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Pools aus Beton

Bei der Wahl der passenden Schwimmbeckenkons­truktion spielt neben optischen Gesichtspunkten, Kosten und Bauzeit auch die Tatsache eine Rolle, ob die gewünschte Schwimmbeckenkonstruktion überhaupt an die vorgesehene Stelle eingebracht werden kann.

Bei Konstruktionen aus Beton ist bereits in der Planungsphase darauf zu achten, dass die Lage und der Untergrund geeignet sind. Insbesondere bei Hanglagen besteht die Gefahr, dass es im Nachhinein zu Setzungen und Verschiebungen kommen kann, die das Schwimmbecken in seiner Gesamtheit beschädigen können.

Schwimmbad: Betonbecken mit Folie Blickfang Beton: bewährter und beständiger Werkstoff märchenhaft inszeniert. Eine Anlage, die Wärme und Wohlbefinden ausstrahlt.

Betonkonstruktionen sind seit Jahrzehnten eine bewährte und zuverlässige Variante, Schwimmbecken zu errichten. Es sind vielfältige Formen und Wassertiefen möglich. In der Planungsphase sind weitere gestalterische Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Dazu gehören vorrangig Ausstattungsgegenstände wie zum Beispiel Treppen, Leitern oder Schwimmbeckenabdeckungen, für die in dem Betonkörper entsprechende Aussparungen vorzusehen sind.

Schwimmbeckenkonstruktionen stehen in direktem und dauerhaftem Kontakt mit dem Schwimm- und Badebeckenwasser – auch nach Anbringung der Beckenauskleidung (zum Beispiel mit Fliesen). Denn viele Beckenauskleidungen sind genau genommen nicht vollständig dichtend. Aus diesem Grunde wird die Betonqualität so gewählt, dass sie eine bestimmte Beständigkeit gegenüber verschiedenen Wässern aufweist. Einschlägig sind hier die Regelwerke DIN EN 206-2 und DIN 1045-2.

Einen weiteren Aspekt in der Errichtung von Schwimmbecken aus Beton stellt die Bewehrung dar. Hier gilt es, neben den statischen Anforderungen auch die Einflüsse durch die Zusammensetzung des Schwimm- und Badebeckenwassers zu berücksichtigen. Nach DIN VDE 0100 Teil 702 müssen Bewehrungen in den Schutzpotenzialausgleich miteinbezogen werden, wenn dadurch ein Potenzial (Spannung) von außerhalb der Schutzbereiche 0,?1 oder 2 in diese genannten Schutzbereiche eingetragen wird. Damit die Wirksamkeit des Schutzpotenzialausgleiches gegeben ist, müssen die Bewehrungen untereinander fachgerecht verbunden (verödelt oder sogar verschweißt) sein.

Werden an der Bewehrung metallische Beckeneinbauteile (zum Beispiel aus Edelstahl oder Bronze) befestigt, so ist es empfehlenswert, diese mit nichtisolierendem Material zu fixieren. Mit dieser Maßnahme wird ein direkter Kontakt, das heißt elektrisch leitende Verbindung, vermieden. Denn eine elektrisch leitende Verbindung zwischen zwei Metallen sowie die Anwesenheit von Feuchtigkeit können zu Korrosionen führen.

Vor dem Einlegen und Befestigen der verschiedenen Beckeneinbauteile in der Schalung bzw. Bewehrung muss bekannt sein, ob und welche Art der Abdichtung auf den Beton aufgebracht wird. Auch wenn die Vorgehensweise zum Beispiel anhand der DIN 19643 standardisiert ist, sind es oftmals nur Kleinigkeiten, die in Vergessenheit geraten und im Nachgang erhebliche Nachbesserungen nach sich ziehen.

Pool - Betonbecken

Dazu zählen der Einbau von Bodenabläufen in Schwimmbecken, die mit einer horizontalen Durchströmung versehen sind, oder auch eine zwingende Reinwasserdurchströmung von Schächten zur Aufnahme der Schwimmbeckenabdeckung. Eine Abdichtung ist erforderlich, wenn der Beton nicht die Anforderungen der Richtlinie „Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton“ (WU-Beton) des deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb) erfüllt. Auch wenn die Schwimmbeckenkonstruktion der eines WU-Betons entspricht, können zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen sinnvoll und richtig sein.

Dies ist der Fall, wenn Unsicherheit in der Qualität besteht, das Schwimm- und Badebeckenwasser hohe Salzkonzentrationen aufweisen wird oder die Dichtigkeitsprüfung nicht bestanden wird. Baumängel wie zum Beispiel starke Rissbildung können jedoch nicht mittels eines Abdichtsystems behoben werden. Abdichtungen bestehen meist aus Kunststoff-Zementmörtel, Reaktionsharzen, Folien oder Kombinationen. Die verwendeten Materialien müssen nach Aufbringung dauerhaft gegenüber dem Kontakt mit dem Schwimm- und Badebeckenwasser beständig sein.

Es geht sogar noch weiter: Die Materialien müssen so beschaffen sein, dass sie das Schwimm- und Badebeckenwasser nicht nachteilig beeinflussen. In diesem Zusammenhang wird auf die Anforderung nach DIN 19643-1 hingewiesen. Je nach Abdichtungssystem bzw. -material müssen die Beckeneinbauteile für Reinwassereinströmungen, Bodenabläufe, Rinnenabläufe, Ansauggehäuse etc. dafür vorbereitet sein, sodass eine dauerhafte und dichte Verbindung sichergestellt werden kann.

Dazu können Beckeneinbauteile mit einer Fest-/Losflanschkombination oder auch einem Streich- und Klebeflansch erforderlich werden. In Abstimmung mit den Herstellern von Abdichtsystemen sollten diese Anforderungen im Vorfeld frühzeitig geklärt werden.

Zwei wichtige Hinweise an dieser Stelle: Für die unterschiedlichen Abdichtsysteme gibt es keine spezifischen technischen Regelwerke, welche die Zusammensetzung und Anwendung im Bereich von Schwimmbeckenkonstruktionen aus Beton regeln. Deshalb ist es erforderlich, dass für die einzelnen Systeme ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis als Eignungs-Nachweis vorliegt. Zur Sicherstellung, dass die Betonkonstruktion fachgerecht errichtet wurde, ist nach Abschluss der Arbeiten eine Dichtigkeitsprobefüllung durchzuführen.

Bei Schwimmbeckenkonstruktionen aus WU-Beton erfolgt die Dichtigkeitsprobefüllung vor dem Anbringen der Beckenauskleidung. Die Dauer der Dichtigkeitsprüfung beträgt mindestens 14 Tage, wobei darauf zu achten ist, dass eine ausreichende Desinfektionswirkung sichergestellt wird.

Die Dichtigkeitsprobefüllung bei Schwimmbeckenkonstruktionen aus Beton mit einem Abdichtsystem (oder auch Becken aus WU-Beton mit Abdichtsystem) erfolgt nach Aufbringung des Abdichtsystems, wobei entsprechend den verwendeten Materialien die Aushärte- und Trocknungszeiten zu beachten sind. Die Dauer der Dichtigkeitsprüfung beträgt in diesem Falle ebenfalls mindestens 14 Tage mit ausreichender Desinfektionswirkung des Wassers.

Die Schwimmbeckenkonstruktion ist erst dann vollständig, wenn auch der Beckenkopf mit einbezogen wurde. Der Beckenkopf besteht aus der Überlaufrinne oder dem Oberflächenreiniger sowie der Anbindung und Abdichtung an Beckenwand und Beckenumgang. Die Überlaufrinnen können aus einer Bandbreite vorgefertigter Bausteine aus Keramik, Beton, Kunststoff oder Edelstahl ausgewählt werden oder in die Betonkons­truktion durch aufwendige Schalungsarbeiten direkt einbezogen werden.

Die Überlaufrinne muss zuvor auf die maximal anfallende Wassermenge hin ausgelegt werden, sodass die Größe und die Anzahl an Rinnenabläufen in der Konstruktion berücksichtigt werden können. Damit das Wasser gleichmäßig und überall entlang der Überlaufrinne sicher überlaufen kann, sind während der Bauphase bestimmte Toleranzen einzuhalten. Die Überlaufkante darf lediglich max. +/- 2 mm auf der gesamten Länge (von der Waagerechten aus gesehen) abweichen.

Die Art der Beckenauskleidung richtet sich nach dem Wunsch des Kunden. Vorab: Die Anforderungen an die Beständigkeit gegenüber dem dauerhaften Kontakt mit Schwimm- und Badebeckenwasser bzw. das inerte Verhalten gegenüber dem Badebeckenwasser nach DIN 19643 oder der bsw-Richtlinie „Planung der Wasseraufbereitung für Privatschwimmbäder“ sind generell und un­abhängig vom gewünschten Material zu beachten.

Darüber hinaus müssen die Beckenauskleidungen stoß- und kratzfest, licht- und farb- und alterungsbeständig sowie leicht zu reinigen und zu reparieren sein. Weitere besondere Anforderungen gelten für den Bereich des Beckenbodens oder auch für Treppen im Schwimmbecken. In diesen Fällen müssen die Anforderungen an die Rutschhemmung berücksichtigt werden, die zum Beispiel für öffentliche Schwimm- und Badebecken in der DIN EN 13451-1 gestellt werden.

Gängige Beckenauskleidungsvarianten sind keramische Beläge (Fliesen), Kunststoff-Folie, Edelstahl und Beschichtungen. Die Vielfalt an Fliesen hinsichtlich Farbe, Form und Größe lassen einen großen Spielraum, die eigenen Wünsche umzusetzen. Der Untergrund muss so vorbereitet werden, dass eine ausreichende kraftschlüssige und beständige Verbindung zwischen Beckenauskleidung und Betonkonstruktion entsteht.

Ein besonderes Augenmerk ist auf die Verwendung von Epoxidharzmaterialien zu legen. Aufgrund des Mehrkomponenten­ge­misches sind die Einhaltung der Mischungsverhältnisse, Verarbeitungszeit und die Be­achtung der Umgebungsbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit) von großer Bedeutung, sodass eine vollständige Aushärtung erfolgen kann. Aushärtezeiten, Trocknungszeiten und die Zeitspanne bis zur chemischen Belastbarkeit der fertigen Beckenauskleidung sind ebenfalls wichtig.

Pool: Betonbecken mit Fliesen Gelungene Kombination: Betonbecken mit Fliesen. Der Werkstoff bietet Flexibilität – bei Form, Tiefe und Ausstattungsmerkmalen.

Eine schnelle und im Vergleich zur Auskleidung mit Fliesen günstigere Variante ist, das Schwimmbecken mit einer Kunststoff-Folie auszukleiden. Geeignete Kunststoff-Folien gibt es in einer großen Farbauswahl. Die Kunststoff-Folien bestehen im Grundmaterial aus einem beständigen PVC, das zur Er­höhung der mechanischen Festigkeit mittels Polyestergewebe verstärkt ist.

Für die Berücksichtigung der rutschhemmenden Anforderung können die Kunststoff-Folien auch mit der entsprechenden Oberflächenrauigkeit geliefert werden. Zum Schutz der Folie vor der Unterkonstruktion wird eine Trennlage – bestehend aus einem Vlies – unter der Folie – sowohl im Boden- als auch in den Wandbereichen – eingelegt.

Eine Besonderheit bei Kunststoff-Folien ist, dass sie „wasserdampfdiffusionsoffen“ sind und somit geringe Mengen an Wasser hinter die Folie gelangen können. Diese Wassermengen sind kaum zu erfassen, sollten jedoch hinter der Folie abgeführt werden. Dazu werden im Beckenboden – vorzugsweise im Kehlbereich (Übergang Beckenboden/Beckenwand) – sogenannte Sekundärabläufe berücksichtigt.

Bei Sanierungen kommt oft die Auskleidung mit Edelstahl zum Einsatz. Dabei dient die vorhandene Betonkonstruktion als „Stützkons­truktion“. Je nach Beckengröße werden dabei entweder vorgefertigte Wand- und Bodenelemente in die Beckenkonstruktion eingelegt und miteinander verschweißt oder bei kleineren Beckenkonstruktionen sogar „am Stück“ transportiert und eingebracht.

Die Auswahl und Verarbeitung von Edelstählen im Bereich von Schwimm- und Badebeckenwasser erfolgen wesentlich nach den Gesichtspunkten der Korrosionsbeständigkeit. Dieser Hinweis ist besonders bei Schwimm- und Badebeckenwasser mit höheren Salz­gehalten zu berücksichtigen.

Auf die Betonkonstruktion bzw. auf den behandelten Untergrund aufgebrachte Beschichtungen bestehen meist aus glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) sowie besonderen Anstrichen. Da diese Beschichtungen teilweise sehr dünn sind und in mehreren Lagen aufgebracht werden, ist der Untergrund gründlich im Hinblick auf Löcher, Risse und Unebenheiten vorzubereiten.

Bei der Auswahl an Beschichtungsmaterialien ist neben den bereits gestellten Anforderungen auf die UV-Be­ständigkeit zu achten. Ähnlich wie bei der Verwendung von epoxidharzhaltigen Fugen­materialien sind auch hier die Ver­ar­bei­tungsbedingungen – vorgegeben durch die Hersteller – wichtig.

Dieser Artikel ist in Ausgabe 54 des pool Magazins erschienen.

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Kommentare (2)

  1. Guten Tag könnten sie mir bitte eine Preisliste und ein Pool formen schicken und ich hätte da noch ein.paar Fragen daher würde ich mich über eine e mail oder telefonischischen Rückruf sehr freuen telefon bitte erst ab 17Uhr vielen Dank

    • Guten Tag Herr Stumpf,

      da wir vom Pool-Magazin „nur“ berichten und nicht selber Pools bauen, können wir mit einer Preisliste nicht dienen. Rechts unterhalb des Artikels können Sie den Namen des Autors anklicken und haben dort die Möglichkeit der Kontaktaufnahme. Alternativ können Sie sich mit Ihren Fragen auch an einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe wenden. Eine Liste aller Fachbetriebe finden Sie hier:
      https://www.pool-magazin.com/uebersicht/firmen/fachbetriebe

      Mit freundlichen Grüßen
      das Team vom Pool-Magazin

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