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Schwimmbad- und Wellness-Magazin.
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Klima-Komfort

„Dicke Luft“ sollte es im eigenen Hallenbad nicht geben. Pool erläutert die Wohlfühl-Parameter des Hallenklimas.

Schwimmhallen dienen in erster Linie der Entspannung und Erholung. Dies wird von verschiedenen Menschen sehr unterschiedlich erlebt. Manche wollen es mehr sportlich, andere eher wohnlich und gemütlich. Voraussetzung ist jedoch in jedem Fall das behagliche Raumklima.

Wovon dies abhängt und wie es energiesparend realisiert werden kann, zeigt der folgende Beitrag.

Raumluftbedingungen Eine Schwimmhalle erfordert bestimmte Raumluftbedingungen.

Der Begriff Behaglichkeit lässt sich in zwei Unterbegriffe unterteilen, der thermischen und der nicht-thermischen Behaglichkeit.

Unter dem Begriff der thermischen Behaglichkeit sind all die Einflussfaktoren zusammengefasst, die die Wärmeabfuhr des Menschen beeinflussen.

Da der Mensch permanent Wärme produziert, muss er folglich auch permanent Wärme abgeben. Wird diese Wärmeabfuhr zu groß, friert der Mensch und wird sie zu klein, schwitzt er.

Der Mensch fühlt sich unbehaglich, wenn seine Wärmeproduktion im Ungleichgewicht mit der Wärmeabgabe ist. Im normalen Leben wird dies über die Kleidung (Sommer/Winter) geregelt.

Thermische Behaglichkeitskriterien Nicht-thermische Behaglichkeitskriterien
  • Aktivitätsgrad (Pulsfrequenz)
  • Bekleidung
  • Raumlufttemperatur
  • Raumluftfeuchte
  • Temperatur der Umschließungsflächen
  • Sauberkeit der Luft
  • Geräuschpegel/Akustik/Musik
  • Beleuchtung/Tageslicht
  • Farben (Becken, Boden, Wände, Decke)
  • Alter
  • Geschlecht

Eine Schwimmhalle erfordert ganz bestimmte Raumluftbedingungen, damit sich der Badegast wohl fühlt und so ungetrübt seinem Schwimmvergnügen nachgehen kann.

Die Lufttemperatur in der Schwimmhalle sollte aus Gründen der Behaglichkeit und zur Begrenzung der Wasserverdunstung aus dem Becken etwa 2 bis 3 Grad Celsius über der Beckenwassertemperatur (ca. 28 Grad Celsius) liegen.

Deshalb geht man üblicherweise von 30 Grad Celsius als Raumtemperatur aus. Aus wirtschaftlichen Gründen sollte eine Lufttemperatur von 34 Grad Celsius nicht überschritten werden.

Bezüglich der Luftfeuchte wird in der Schwimmhalle ein bestimmter Schwankungsbereich als behaglich empfunden. Dieser liegt je nach Umfeld-Bedingungen und persönlichem Empfinden zwischen 60 und 65 Prozent relativer Feuchte.

Schon beim Bau eines Schwimmbades können viele Fehler gemacht werden, die den späteren Badespaß erheblich beeinträchtigen.

Natürlich muss darauf geachtet werden, dass es sich bei einem Schwimmbad um einen Dauerfeuchtraum handelt. Deshalb werden besonders hohe Anforderungen an die Baukonstruktion gestellt.

Aufgrund der hohen Raumlufttemperaturen und Raumluftfeuchten muss besonderes Augenmerk auf eine bauphysikalisch richtige Ausführung der Raumumschließungen gerichtet werden. Hierzu gehören Dach-, Wand-, Fenster- und Bodenausbildungen sowie die Anschlusszonen von Boden, Wand und Decke.

Der konstruktive Aufbau der Umschließungsflächen einer Schwimmhalle muss so erfolgen, dass es zu keiner Jahreszeit zur Kondensatbildung auf den Oberflächen und innerhalb der Bauteile kommen kann. Erfahrungsgemäß hat sich hier die innenliegende Wärmedämmung mit Aludampfsperre als die sicherste Methode erwiesen.

Außenwand mit Wärmedämmung und Dampfsperre

Wärmedämmung

Vorteile:

  • behaglich warme Oberflächen
  • bauphysikalisch sichere Konstruktion
  • keine Tauwasserbildung
  • minimaler Energiebedarf

Die Wärmedämmung sorgt für rundum angenehm warme Oberflächen, und die Dampfsperre schützt die Baukonstruktion vor dem Wasserdampf.

Die raumhohen Dämmelemente (z. B. Iso Plus System) enthalten bereits die Alu-Dampfsperre und können innenseitig gleich die Gestaltung in Form von Putz, Fliesen, Malerei oder Tapeten aufnehmen, was einen weiteren positiven Einfluss auf das individuelle Wohlbefinden hat.

In Sachen Wärmeschutz und Bauphysik unterhält die Firma Iso beispielsweise einen umfangreichen Planungs-Service, der Architekten, Bauherren und Fachbetriebe kompetent in allen bauphysikalischen Fragen unterstützt.

Ferner gibt es auch im Internet zunehmend Informationen und Planungshilfen. Die bisher umfangreichste Plattform für den Bereich der privaten Schwimmhallen findet sich im Internet unter www.Livingpool.de.

Um das Klima in der Schwimmhalle konstant behaglich zu halten, muss der Raum kontinuierlich mit entfeuchteter, gefilterter und beheizter Luft durchströmt werden. Das ist auch unter Geräusch-Gesichtspunkten am sinnvollsten mit einer zentralen Lüftungsanlage zur Entfeuchtung und Wärmerückgewinnung zu realisieren.

Dabei spielt die richtige Auslegung der Anlage eine wichtige Rolle, denn zu hohe Luftleistungen bedeuten mehr Energieverbrauch durch erhöhte Wasserverdunstung, und die damit verbundene hohe Luftbewegung mindert die Behaglichkeit.

Sinnvollerweise wird die Zuluft in der Höhe der Fenster eingeblasen. Abgesaugt wird möglichst an der gegenüberliegenden Raumseite, beispielsweise im Bereich der abgehängten Decke.

So wird nahezu unbemerkt der Raum durchströmt und hält seine gewünschten Klimawerte konstant.

Die Notwendigkeit der Wärmedämmung entspringt dem Grundbedürfnis des Menschen nach Behaglichkeit. Warme Raumtemperatur alleine genügt nicht, wenn die Umschließungsflächen des Raumes kühl sind, denn der Mensch unterscheidet gefühlsmäßig zwischen warm und behaglich. Dies gilt besonders in unbekleidetem Zustand.

Hochwertige Wärmedämmung bewirkt angenehme Oberflächentemperaturen. Deshalb muss gerade auch bei Dach und Decken auf korrekten Wärmeschutz größten Wert gelegt werden.

Für die praktische Umsetzung gibt es mehrere Möglichkeiten, die sich an der gewünschten Innengestaltung orientieren. In jedem Fall ist auf eine bauphysikalisch sichere Ausführung zu achten.

In der Schwimmhalle kommt der Oberflächentemperatur eine entscheidende Bedeutung zu. Alle Umschließungsflächen, die mehr als 3 Grad Celsius von der Raumtemperatur abweichen, mindern die subjektive Behaglichkeit durch erhöhte Wärmeabstrahlung des Körpers.

Außerdem kühlt sich bei niedrigen Oberflächentemperaturen die Raumluft spürbar ab, fällt nach unten und wirkt so als unangenehme Zugluft.

Wärmedämm-Anforderungen in Schwimmhallen (U-Werte)

Bauteil Maximaler U-Wert in W/qmK (bisher k-Wert)
Dach/Decke gegen Außenluft 0,18
Decke gegen beheizte Räume 0,50
Außenwand 0,30
Innenwand gegen unbeheizte Räume 0,35
Innenwand gegen beheizte Räume 0,50
Fenster-Verglasung 0,9 – 1,1

Der U-Wert beschreibt den Wärmestrom (in Watt) durch 1 qm Bauteil bei einer Temperaturdifferenz von 1 K (= 1 Grad Celsius). Je kleiner der U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung.

Dieser Effekt mindert aufgrund der Luftbewegung zusätzlich das Wohlbefinden. Hochwertig wärmegedämmte Schwimmhallen sind rundum behaglich.

Dafür sorgt in den meisten Fällen die innen angebrachte Wärmedämmung mit Dampfsperre. Mit diesen Maßnahmen ergibt sich an der Decke und am Fußboden sogar eine Oberflächentemperatur von über 29 Grad Celsius.

Das bedeutet die Oberflächentemperatur an der Decke entspricht etwa der üblichen Temperatur an einem Wohnzimmer-Fußboden mit Fußbodenheizung. Durch eine geeignete Luftzuführung und einen guten Luftzustand ergibt sich eine gleichmäßige Wärmeverteilung.

An diesem Beispiel wird deutlich, dass dadurch ein Höchstmaß an Behaglichkeit erreicht wird. Auch das in vielen herkömmlichen Schwimmhallen zu beobachtende Herabfallen abgekühlter Schwimmhallenluft ist physikalisch nicht mehr möglich, weil die Oberflächen rundum praktisch Raumtemperatur aufweisen.

Dieser Artikel ist in Ausgabe 34 des pool Magazins erschienen.

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