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Schwimmbad- und Wellness-Magazin.
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Heizsysteme und Energiekosten

Pool stellt einige einfache Lösungen vor, mit denen sich die Heizkosten des eigenen Freibades effektiv reduzieren lassen.

Viele Schwimmbad-Besitzer wollen die Wände und den Boden ihres Schwimmbeckens nachträglich isolieren. Nett, aber die Ersparnis ist nur sehr gering. Die Wasseroberfläche zu isolieren bringt deutlich mehr.

Eine bezahlbare Isolierung hierbei, die vor allem bei preiswerten Becken gewählt wird, ist eine Luftpolsterfolie, auch Solarplane genannt.

Es handelt sich um eine PE-Noppenfolie mit einer Stärke von ca. 400 Mikrometern. Im Vergleich zu den Verpackungsfolien ist diese Solarplane wesentlich stärker und zusätzlich auch noch UV-stabilisiert.

Liegt diese Plane auf dem Wasser, isoliert sie nicht nur, sondern gibt auch noch die Sonnenenergie ans Schwimmbadwasser ab.

Diese Folien werden in bläulich transparent oder schwarz angeboten. Der Preis liegt zwischen 10 und 25 Euro je qm, je nach Qualität und Verarbeitung. Die Lebensdauer liegt bei 5–10 Jahren, je nach mechanischer und chemischer Behandlung. Eine Aufrollvorrichtung mit Handkurbel kostet zwischen 400 und 800 Euro.

Schwimmbad-Kollektoren Mit preiswerten Schwimmbad-Kollektoren kann relativ viel Wasser nur um wenige Grad erwärmt werden.

Diese Form der Abdeckung ist natürlich gleichfalls bei Hallenbädern einsetzbar, nur findet keine zusätzliche Wassererwärmung durch die Sonne statt, es sei denn, diese scheint durch die Fenster auf die Wasserfläche.

Eine etwas bequemere und elegantere Lösung ist eine Aufrollvorrichtung mit einem Rolladenprofil.

Bei quadratischen-, länglichen- oder trapezförmigen Becken, oder solchen mit stirnseitiger Treppe ist auch ein nachträglicher Einbau möglich. Bei anderen Beckenformen kann man bei einer Fachfirma nachfragen.

Bei der Neubauplanung eines Komfortbades sollte unbedingt eine Rolladenabdeckung berücksichtigt werden. Egal ob Frei- oder Hallenbad. Die Profile der Abdeckung sollten in der Farbe „freundliches Hellgrau“ gewählt werden.

Grund: Wird der Rolladen nach dem Baden wieder zugefahren, bleibt zwischen den Stäben etwas Wasser stehen. Das Wasser verdunstet und der im Wasser befindliche Kalk setzt sich ab. Nach und nach immer mehr. Natürlich auch bei sehr hellen Stäben, nur das sieht man den Kalk nicht so schnell sieht, aber bei einem blauem Panzer!

Bei Freibädern kann man den Panzer auch in der Ausführung „Solar“ wählen. Entweder sind die Stäbe dann transparent oder aber nur oben transparent und unten schwarz. Die total transparenten Profile lassen die Sonnenstrahlen komplett durch und heizen das Wasser gleichmäßig auf, auch bei stehender Filterpumpe.

Abends kann man die Scheinwerfer im Pool einschalten und die Beckenoberfläche erstrahlt. Die schwarzen Stäbe erwärmen praktisch nur die obere Wasserschicht.

Erfahrene Fachleute argumentieren damit, dass dadurch das Algenwachstum deutlich reduziert wird und man weniger Chemie benötigt. – Mag sein.

Ein Nachteil könnte sein, dass bei starker Sonneneinstrahlung und ausgeschalteter Filterpumpe, die oberste Wasserschicht deutlich wärmer wird, als es für die verwendeten Kunststoffmaterialien gut ist.

So mögen Schwimmbad-PVC-Folien oder Polyester-Becken Wassertemperaturen über 30 Grad gar nicht. Ist ein Freischwimmbecken mit einem Solarrolladen ausgerüstet und liegt fast den ganzen Tag auch in der Sonne, reicht es mitunter schon, um in den Hauptmonaten eine angenehme Wassertemperatur zu erreichen.

Ansonsten sollte man mit Solarkollektoren aufrüsten. Es gibt die bestens bekannten und bewährten Flach- oder Röhrenkollektoren, die auch das Gebrauchwasser erwärmen.

Ist so eine Anlage vorhanden, muss nur noch ein Spezial-Schwimmbadtauscher angeschlossen werden. Bitte aber die richtige Größe wählen.

Die Aussage der Hersteller „40-kW-Leistung“ klingt nach sehr viel und erscheint völlig ausreichend. Nur, die Aussage bezieht sich auf ein PWW-System bei 90 Grad Vorlauf und 70 Grad Rücklauf und einer Schwimmbadwasser-Vorlauftemperatur von 10 Grad Celsius. Alles Parameter die bei einer Solaranlage nicht zutreffen.

Wir haben ca. 40–50 Grad Celsius Vorlauf im Bereich der Heizung und häufig 25 Grad Celsius Schwimmbadwasser. Die Temperaturdifferenz beträgt dann nur noch 15–25 Grad Celsius und der Tauscher leistet vielleicht noch 3 kW.

Es muss also ein größerer Tauscher gewählt werden. Es gibt spezielle Solar-Tauscher mit einer Nenn-Leistung von um die 25 kW.

Um ein Freibad mit Sonnenenergie zu erwärmen, gibt es aber auch recht preiswerte Schwimmbad-Kollektoren, die speziell für diesen Einsatzzweck konstruiert sind.

All diesen verschiedenen Modellen ist eines gemeinsam, das Schwimmbadwasser wird direkt durchgeschickt, meistens mit einer Leistung von 6 bis 8 cbm/h. Es wird also relativ viel Wasser nur um wenige Grad erwärmt.

Ein 4 x 8 m Becken hat einen Wasserinhalt von knapp 50 cbm/h. Fließen 8 cbm Wasser durch den Kollektor und das Wasser wird um nur 2 Grad erwärmt, wird die Badewassertemperatur um ca. 3 Grad Celsius pro 24 Stunden steigen.

Die gängigsten Modelle:

Plattenkollektor:

Fast alle aus schwarzem PP gefertigt. Doppelstegplatten mit oben und unten angeschweißten Verteilerrohren.

EPDM-Absorber:

In den unterschiedlichsten Lieferformen. Als Röhrchen- oder Mattensystem, fertig montiert, oder als Bausatz.

TPE-Kollektoren:

TPE steht für Thermoplastischer Elastomer. Dieses Material ist nicht nur frostbeständig, sondern auch wesentlich beständiger gegen chemische Einflüsse. Die Sammelrohre sind ebenfalls aus diesem Material gefertigt. Sollte also ein Kollektor über Winter nicht vollständig geleert sein, gibt es trotzdem keinen Frostschaden.

Diese Kollektoren gibt es nicht nur in der traditionellen schwarzen Farbe, sondern auch in Rot. Vielleicht oft besser passend.

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Die Leistung der roten Kollektoren ist zwar rund 20 Prozent schlechter, dafür sehen diese aber auf einem roten Dach besser aus.

Ist das Schwimmbecken mit einer Plane oder einem Rolladen abgedeckt, kommt man mit 50–60 Prozent der Wasseroberfläche hin, bei einem nicht abgedeckten Freibad sollte das Verhältnis bei 1:1 liegen.

Ohne Montage liegen die Preise zwischen 75,00 und 150,00 Euro je qm, zuzüglich Regelung.

Die einfachste Regelung ist ein Schaltkasten mit zwei Fühlern. Ein Wasserfühler für die Pooltemperatur und ein Solarfühler, der auf eine Matte oder aufs Dach geklebt wird.

Scheint die Sonne und der Solarfühler misst eine höhere Temperatur als die aktuelle Wassertemperatur, wird eine separate Pumpe eingeschaltet. Scheint die Sonne nicht mehr, schaltet der Kasten die Pumpe wieder aus.

Diese Regelung funktioniert nicht in Verbindung mit der Filterpumpe. Scheint vier Tage nicht die Sonne, würde auch 4 Tage nicht gefiltert. Soll keine separate Pumpe betrieben werden, muß man auch mit einem Motorventil arbeiten.

Es ist nicht zwingend ein Dreiwegeventil erforderlich, ein Zweiwegeventil erfüllt fast immer den gleichen Zweck. Das heißt, ein Kugelventil wird hinter das T-Stück gesetzt, das druckseitig zur Solaranlage führt. Kugelventil offen – direkter Weg zum Schwimmbad, Kugelventil geschlossen – Wasser fließt durch den Kollektor.

Welche Pumpe sollte man installieren? Alle Schwimmbadpumpen sind Mengenpumpen, die keinen sehr großen Druck aufbauen können. Eine 10 cbm/h-Pumpe bringt diese Menge gegen ca. 9 m Förderhöhe, hat einen 0,55 kW Motor und endet bei einer Leistung von 0 cbm/h gegen 18–20 m.

Ist das Dach unmittelbar in der Nähe des Schwimmbeckens und handelt es sich um ein Einfamilienhaus, reicht solch eine Pumpe. Ist der Kollektor auf dem Dach in 12 Meter Höhe und weiter weg und, und …, ja, dann muss man rechnen und planen und auf jeden Fall eine separate Pumpe installieren.

Oftmals wird von den Endanwendern auch ein billiger Kollektor für das Aufstell-Schwimmbecken gesucht. Für diese Fälle gibt es recht preiswerte Matten in der Größe von 120 x 600 cm. Preislich liegen die Platten bei 300 bis 350 Euro und werden einfach auf den Rasen gelegt oder schräg an einen Zaun gestellt.

Fazit:

Es ist preiswerter als man denkt, in angenehm warmem Wasser zu schwimmen.

Dieser Artikel ist in Ausgabe 36 des pool Magazins erschienen.

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