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Schwimmbad- und Wellness-Magazin.
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Freibad im Wintergarten

Ein Wintergarten kann durchaus als Pool-Überdachung dienen. Pool beschreibt eine besonders gelungene Umsetzung.

Ursprünglich hatten die Bauherren nur ein einfaches Becken im Freien im Sinn.

Transparente Glaskonstruktion Die transparente Glaskonstruktion verwischt die Grenzen zwischen drinnen und draußen.

Mit ihrem behinderten Sohn wollten sie die Vorteile eines eigenen Pools genießen. Der Arzt hatte zu regelmäßigen Übungen im warmen Wasser geraten, die das Wohlbefinden des Sohnes erheblich verbessern könnten.

Deshalb entschlossen sich die Eltern zum Bau eines Schwimmbades im heimischen Garten. Platz für das Becken gab es 10 m vom Haus entfernt, erreichbar über eine Terrasse. Aufgrund der Grundstücksform sollte es etwas schräg zum Gebäude platziert werden.

Auf einer Fachmesse hatten die Bauherren ein 7 m langes und 3,7 m breites Polyesterbecken von Riviera-Pool entdeckt, Typ „Super-Classic“, das sie mit einer „Royal“-Treppe und einem anhängenden Rolladenschacht ergänzen wollten.

Außerdem sollte es mit einem Skimmer, einer Gegenstromanlage sowie Scheinwerfern ausgestattet werden.

Eine Reeling am Beckenrand durfte auch nicht fehlen, damit der Sohn bei den Übungen im Wasser festen Halt findet. Auf Massagedüsen oder Sprudelsysteme wollte man hingegen verzichten.

Soweit war der Auftrag klar. Im Laufe des Bauvorhabens entwickelte das Ganze jedoch eine gewisse Eigendynamik, die alle überraschte, erinnert sich bsw-Schwimmbadbauer Claus Kissel. Was als einfaches Freibad begonnen hatte, wurde schließlich fast schon zu einem Hallenbad.

Grundriss einer Schwimmhalle Neben dem Becken ist genügend Platz für eine Sitzecke sowie Liegen.

Damit der behinderte Sohn effektiv üben konnte, sollte das Wasser immer 30 Grad Celsius warm sein. In unseren Breiten erfordern solche Temperaturansprüche besondere Wärmeschutzmaßnahmen, beispielsweise eine Überdachung.

Die Bauherren wollten jedoch keine einfache, halbhohe Konstruktion, denn man sollte darunter auch stehen können.

Auch eine schienengeführte Anlage schied aus, denn der Sohn sollte mit dem Rollstuhl direkt ans Becken fahren können. Die üblichen Standardmodelle kamen daher nicht in Frage.

So machte sich der Bauherr, der Ingenieur ist, selbst ans Planen und entwarf eine wintergartenähnliche Konstruktion. Auch bei der Ausführung übernahm er viele Arbeiten selbst.

Dadurch dauerte es allerdings fast ein Jahr bis zur Inbetriebnahme des Schwimmbads. Der eigentliche Wintergarten wurde von einer Fachfirma entsprechend den Vorgaben umgesetzt.

Diese Glashalle hat nur noch wenig mit einer normalen Freibad-Überdachung gemein: Die Stahlrahmenkonstruktion mit Isolierglasdoppelscheiben ist mittels Punktfundamenten fest verankert.

Gute Durchlüftung ist wichtig

Für eine gute Durchlüftung sorgen Schiebetüren, die sich weit öffnen lassen, sowie Dachluken, die elektrisch auffahren.

Die Halle ist rings um das Becken begehbar und mit dem Rollstuhl befahrbar. Selbst eine rollstuhlgerechte Dusche und Toilette sowie eine kleine Küche wurden integriert.

Die aufwendige Überdachung erfordert weitergehende Maßnahmen. Dem Bauherrn war klar, dass durch die Glashalle und die Beckenabdeckung die Wärmeverluste und die Verdunstung zwar reduziert werden, trotzdem jedoch eine effektive Lüftungsanlage erforderlich ist, damit man sich an sonnigen Tagen nicht wie in einem Treibhaus fühlt. Sie wurde mit einer Wärmerückgewinnung kombiniert, die sicherstellt, dass nicht unnötig Energie verloren geht.

Als zweite Maßnahme, um die Wärmeverluste zu minimieren, wurde das Becken mit einem Baustoff hinterfüllt, der besonders gut isoliert.

Glashalle Die Glashalle setzt sich aus vier Giebeln zusammen.

Meistens wird bei Polyesterbecken für die Hinterfüllung Magerbeton verwendet. Um aber die Wärme noch besser im Becken zu halten, entschied sich der Bauherr für einen anderen Baustoff mit besserem Dämmwert: Porenleichtbeton. Dieser wird mit einer speziellen Technik eingebracht, die etwas Übung verlangt.

„Der Porenleichtbeton wird mit einer Schaumkanone angemacht, aufgeschäumt und rund ums Becken eingepumpt. Das sieht aus wie Cappuccino“, beschreibt Schwimmbadbauer Kissel den Ablauf.

Da das Gelände leicht abfällt, musste die eine Stirnseite der Halle als Betonwand ausgeführt werden. Diese hat jedoch nicht nur Stützfunktion, sondern es wurde hier außerdem ein kleiner Raum abgetrennt, der einen Teil der Technik aufnimmt.

Der Rest ist im Keller des Hauses untergebracht und über einen Versorgungsschacht mit dem Pool verbunden.

Zur technischen Ausstattung gehören eine vollautomatische Filteranlage sowie die Desinfektion mit Hilfe der „Bayrosoft“-Sauerstoff-Methode, bei der pH-Wert und die Zugabe des Desinfektionsmittels automatisch reguliert werden.

Hallenbad aus Glas Die eine Stirnseite der Halle besteht aus statischen Gründen aus Beton.

Die Bauherren sind mit ihrem Freibad unter Glas sehr zufrieden und nutzen es intensiv. Im Sommer halten sie sich hier fast mehr auf als im Haus.

Nur in der kalten Jahreszeit, von November bis März, legen sie aus Energiespargründen eine Schwimmbadpause ein.

Dieser Artikel ist in Ausgabe 34 des pool Magazins erschienen.

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Kommentare (2)

  1. Ich wohne in der CH und mochte Kontakt mit dem Architekt aufnehmen.
    Koennen Sie mir eienen Katalog schicken.
    Mit besten Gruessen
    Michel

  2. Hallo Michel,
    vielen Dank für Ihre Anfrage.
    Der Artikel ist in Ausgabe 34 des Pool-Magazins erschienen – das war im Jahr 2004. Wir haben einmal in unserem Archiv geschaut und dort folgende Angaben zu diesem Projekt gefunden:
    Schwimmbadbau: Kissel GmbH, Ehningen
    Schwimmbecken: Riviera-Pool, Geeste-Dalum
    Wasserpflege: Bayrol, Planegg

    Weitere Informationen liegen uns leider nicht vor, aber vielleicht kann Ihnen eine der oben genannten Firmen weiterhelfen?!

    Liebe Grüße,
    das Team vom Pool-Magazin

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