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Der Mensch hat 25.000 Gene

Akute Belastungen oder gesundheitliche Schwachstellen können mithilfe von Augen-, Puls- und Zungendiagnostik erkannt werden. Die Befunde dieser drei Methoden zusammengenommen erleichtern dabei eine verlässliche Diagnose.

Haben Ihre Iriden stramme Muskelfasern? Wenn die Regenbogenhaut – die Iris Ihrer Augen – straff gespannt ist, gehören Sie zu den Leuten, „die wissen, was sie wollen und – obendrein – wo’s langgeht“. Allerdings neigen diese Menschen dazu, „Kontrollfreaks“ zu sein. Das sagt Vuk Mladži?, Heilpraktiker im Jammertal Golf & Spa Resort in Datteln.

Die Augen gelten als Spiegel der Seele – ein schwarzer Ring um die Iris zum Beispiel spricht für hohe nervliche Belastung. Doch nicht nur Gefühle lassen sich von den Augen ablesen, sondern auch, wie es um die körperliche Gesundheit steht.

Mehr als ein Drittel aller genetischen Syndrome sowie Anzeichen einer Erkrankung wie zum Beispiel Rheuma, Multiple Sklerose oder Diabetes manifestieren sich in den Augen. Im AquaMed, Zentrum für Medizin und Naturheilkunde des Jammertal Resort im Naturpark Haard, werden die neusten Erkenntnisse der Natur- und Biomedizin mit Schulmedizin kombiniert.

Augendiagnostik Foto: Fotolia

Der gebürtige Serbe Vuk Mladži? – von den Gästen meist nur Vuk genannt – ist eine Koryphäe in allen Bereichen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Struktur im Auge ist genetisch bedingt. Erbanlagen könne man schon im Kindesalter erkennen, zumindest eine Tendenz, sagt Vuk. Damit selbst seinem geschulten Auge nichts entgeht, fotografiert der Heilpraktiker die Augen – einzeln und als Nahaufnahme.

Die Bilder werden zusätzlich am Bildschirm seines PCs vergrößert. Augendiagnostik gewährt einen tiefen Einblick in die normalerweise verborgenen Bereiche der individuellen Erbanlagen. Sie zeigt anlagebedingte Schwächen eines Menschen sowie dessen genetisch geprägten familiären Krankheitsneigungen.

Noch wichtiger als die genetische Disposition ist aus Sicht von Vuk allerdings die Epigenetik, die Entwicklung eines Lebewesens. Sie ist das Bindeglied zwischen Genen und Umwelteinflüssen. Das Genom des Menschen, also alle rund 25.000 Gene, erklärt noch nicht, warum der eine Alzheimer bekommt und der andere schlecht mit Stress umgehen kann; warum zwei Menschen das gleiche Krebs-Gen haben, aber nur einer von ihnen daran erkrankt.

Die Epigenetik bestimmt in hohem Maße, welches Gen „angeschaltet“ und wann es wieder „stumm“ wird. Und das könne man beeinflussen, so der 37-jährige Heilpraktiker, der seine Berufung darin sieht, das Bewusstsein für eine gesunde und ausgeglichene Lebensweise zu schärfen und durch den Einsatz gezielter Therapieempfehlungen Wege zur Vorbeugung, Heilung und Selbstheilung aufzuzeigen.

Fähigkeiten und Kenntnisse, um genau das zu vermitteln, hat Vuk im Übermaß: Schließlich beherrscht er nicht nur Augendiagnostik, sondern ist unter anderem Masseur mit Schwerpunkt Shiatsu, Physiotherapeut, Kursleiter Qigong, Experte für Klangschalentherapie und Fuß­reflexzonenmassage sowie für TCM-Schmerztherapie.

Bei der Akupunktur gibt es für den Mann mit den stahlblauen Augen und den feingliedrigen Händen ein ungeschriebenes Gesetz: „Ich setze keine Nadel, ohne vorher den Puls zu fühlen.“ Und das meint er wörtlich: In der Pulsdiagnostik wird der Handgelenks-Puls gefühlt – nicht nur gezählt. Ein erfahrener TCM-Therapeut kann an beiden Handgelenken mit drei Fingern an jeweils drei Taststellen bis zu 28 verschiedene Pulsqualitäten ertasten.

Ist der Puls weich oder hart (Anspannung?), dünn oder kräftig (Energielevel?), langsam oder schnell (Erregung?). Dabei ist die dreifache Abstufung von leichtem Druck (Energieebene), mittlerem (Blutebene) und starkem Druck (Organebene) von Bedeutung. So können Rückschlüsse auf den Zustand sämtlicher Organfunktionen sowie die Verteilung der Lebensenergie Qi im Organismus gezogen werden.

Diese Methode setzt sehr viel Einfühlungsvermögen und Erfahrung voraus. Es dauert acht bis zehn Jahre, um Pulsdiagnostik perfekt zu beherrschen. Die Ausbildung beginnt damit, ein Haar in einem Buch unter einem Blatt Papier zu ertasten. Dann unter zweien, dreien – bis das Haar schließlich unter sieben Buchseiten noch erfühlt werden kann. Um die mühsam antrainierte Sensibilität seiner Fingerkuppen zu behalten, hat Vuk aufgehört, Gitarre zu spielen.

Heilpraktiker Der Heilpraktiker Vuk Mladžic ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin.

Eine weitere Form der Anamnese ist die Zungendiagnostik. Die Zunge wird in der TCM – ähnlich wie bei den Fußreflexzonen – in Bereiche aufgeteilt. Diese werden den einzelnen Organen zugeordnet und liefern dem Therapeuten diagnostische Hinweise. „Bei sorgfältiger Begutachtung der Zunge lassen sich Belastungen der inneren Organe erkennen“, informiert Vuk. Dabei ist die Betrachtung und Beurteilung des Zungenkörpers von der des Zungenbelages zu unterscheiden.

Der Zungenkörper gestattet Aussagen über die Tiefe – das Yin –, das Körpersubstrat wie auch über die Konstitution. Der Zungenbelag zeigt primär Disbalancen im Säftehaushalt, welcher in erster Linie vom „Bereich Magen“ dominiert wird, der in der Mitte der Zunge liegt. Ganz vorn auf der Zungenspitze liegt der „Bereich Herz“.

Auch die Farbe der Zunge gibt Aufschluss über die Art einer Erkrankung: Eine blasse Zunge signalisiert Schwäche, eine karminrote steht für erhöhte Dynamik beziehungsweise eine Entzündung. Weitere Kriterien sind eine geschwollene oder verhärtete Zunge sowie Risse und Furchen.

Übrigens kann sich die Zungenform im Laufe des Lebens ändern – genauso wie die „Präsenz“, sagt Vuk, „mit der sie herausgestreckt wird“. Während die Augendiagnostik „genetische Tendenzen“ aufzeigt, erläutert Vuk, kommen bei der Zungendiagnostik „Problematiken zum Vorschein, die schon eine gewisse Zeit vorhanden sind“.

Die Pulsdiagnostik zeigt Probleme noch viel früher an: „Wenn sich im Körper etwas ändert, ändert sich der Puls – und das sofort.“ Das Beste sei, aus allen drei Methoden eine Diagnose zu ziehen nach dem Motto: „Was sagen Augen, Zunge und Puls zusammen?“ Man müsse stets den ganzen Menschen sehen. Daher halte er auch nichts von einer Augendiagnose allein auf Basis eines Fotos. Vuk –übrigens das serbische Wort für „Wolf“ – empfiehlt Prophylaxe „nicht nur für die Zähne“.

Reis Der Heilpraktiker Vuk Mladžic empfiehlt, warmen Reis bereits zum Frühstück zu essen. Foto: Kurt F. Domnik – pixelio.de

Wichtig sei, nach dem Prinzip von Yin und Yang zu leben, im Einklang mit der Natur, im Biorhythmus, den man „nicht austricksen“ könne. Der Experte rät zu drei warmen Mahlzeiten am Tag, am besten morgens Reis mit aufgekochtem Kompott und „wärmenden“ Gewürzen wie Ingwer, Anis und Kardamom. Qigong oder Yoga sei das Beste gegen Stress, und Stress das Schlimmste, was der Mensch sich antun könne. Vuk: „Der Körper braucht 100 Tage, um in seine ,Melodie‘ zu kommen – aber nur 21, um mit allem zu brechen.“

Dieser Artikel ist in Ausgabe 54 des pool Magazins erschienen.

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