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Schwimmbad- und Wellness-Magazin.
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Biofilm – was tun?

Pool erläutert was ein Biofilm ist, wie er entsteht und wie er verhindert und beseitigt werden kann.

Biofilm – das ist nicht etwa ein Film über Biologie, sondern ist etwas ganz alltägliches und jeder kennt dieses Phänomen auch ohne Besitzer eines Schwimmbades zu sein.

Erfrischend sauberes Wasser Foto: © 2012 JupiterImages Corporation

Jeden Morgen und jeden Abend haben wir mit dieser Erscheinung zu kämpfen, nämlich beim Zähneputzen. Der Zahnbelag, der durch Bakterien verursacht wird, ist nichts anderes als eine Form des Biofilms.

Wir Menschen sind nämlich von Mikroorganismen „besiedelt“ und somit sind auch ständig Plaque-Bakterien „in aller Munde“, die sich im Laufe der Zeit an den Zähnen absetzen.

Unter Biofilm versteht man also vereinfacht gesagt Bakterien, die sich an Gegenständen abgelagert haben.

Warnzeichen: glitschige Beläge

Im Schwimmbad vollzieht sich ein ähnlicher Prozess, vor allem dann, wenn die Desinfektion einmal nicht ausreichend war.

Dies kann passieren durch eine zu geringe Dosierung des Desinfektionsmittels, durch eine urlaubsbedingte Desinfektionspause oder – bei Freibecken – durch widrige Witterungseinflüsse. Sie werden dann unter bestimmten Umständen im Schwimmbadwasser farblose oder auch rötlich, glitschige Beläge beobachten.

Diese Beläge treten meist an den Beckenwänden und am Beckenboden auf und haften zum Beispiel auch besonders gerne an Rollabdeckungen.

Der Biofilm kann sich auch von den Beckenwänden lösen und im Wasser schweben, beispielsweise als undefinierbare Fäden oder auch ähnlich wie Papierschnipsel. Im Englischen wird der Biofilm auch als „Pink Slime“ bezeichnet. Oft wird dieser Biofilm, der sich rosa färbt, auch fälschlicherweise als „Rotalgen“ bezeichnet.

Ein erstes Zeichen für das Vorhandensein von Biofilm sind glitschige Beläge an den Beckenwänden. Dieser Biofilm ist zunächst farblos, oft merkt der Pool-Besitzer nicht, dass er Bakterien im Wasser oder an den Wänden hat.

Wird dann aber das Desinfektionsmittel wieder zudosiert, beginnen die Bakterien abzusterben und verfärben sich dabei rosa. Meistens wird erst jetzt das Problem sichtbar.

Der Schwimmbadbesitzer ist in diesem Fall häufig irritiert, denn es scheinen ja trotz der Zugabe eines Desinfektionsmittels „rote Algen“ entstanden zu sein.

Richard Brückner “Biofilm kann von vorne herein vermieden oder beseitigt werden.“ Richard Brückner, Bayrol-Marketingleiter

Tatsächlich war der Biofilm aber bereits in farbloser Form vorhanden, sichtbar wurde er aber erst durch Zugabe des Desinfektionsmittels.

Dieses Phänomen kann übrigens bei allen gebräuchlichen Desinfektionsmitteln auftreten, die im Schwimmbad eingesetzt werden.
Grundsätzlich kann man den Biofilm, ähnlich wie in der Medizin, auf zwei Arten in den Griff bekommen: Vorbeugen und „heilen“.

Vorbeugen können und sollten Sie, indem Sie immer für einen ausreichenden Gehalt an Desinfektionsmittel im Schwimmbad sorgen (gemäß Dosierungshinweis auf Produktverpackung)

Ist einmal Biofilm vorhanden, so muss er sowohl mechanisch beseitigt als auch mit Hilfe von Desinfektionsmitteln vernichtet werden. Die Zugabe von Desinfektionsmitteln reicht da alleine nicht aus.

In unserem Beispiel der Mundhygiene wäre das mit dem täglichen Zähneputzen zu vergleichen. Hier muss schließlich der entstandene Biofilm auch mit der Zahnbürste mechanisch entfernt werden. Ein desinfizierend wirkendes Mundwasser reicht hier also genauso wenig aus wie in einem Schwimmbecken die ausschließliche Zugabe eines Desinfektionsmittels.

Fazit:

In jedem Fall sollte Biofilm von vorne herein vermieden oder beseitigt werden, denn er wirkt sich negativ auf Ihre Wasserqualität aus.

Tipp:

Ein automatischer Bodensauger, wie der Blue Diamond, übernimmt bei Ihrem Schwimmbad die Funktion der Zahnbürste beim Zähneputzen.

Bei Beachtung der hier aufgeführten Hinweise wird der Biofilm keine Chance in Ihrem Schwimmbad haben und das Badevergnügen auch weiterhin gesund und ungetrübt bleiben.

Biofilm beseitigen

Den pH-Wert des Wassers auf 7,0 bis 7,4 einstellen und die Beläge mechanisch von Wänden und Boden wegbürsten, wenn möglich absaugen. Dann den Filter gründlich rückspülen (circa 5 Minuten).

Als nächstes bei laufender Umwälzung eine Stoßchlorung durchführen, entweder mit Chloriklar (1 Tablette pro cbm), oder mit Chlorifix (25 g pro cbm); ist ein Sandfilter vorhanden, zusätzlich eine Flockmittelkartusche Superflock in den Skimmer legen und die nächsten 24 Stunden ununterbrochen filtern. Danach den Filter erneut rückspülen.

24 Stunden nach der Stoßchlorung Chlorgehalt messen: Liegt der Wert unter 1,5 mg/l, kann davon ausgegangen werden, dass der Biofilm noch nicht völlig beseitigt ist, die Stoßchlorung deshalb unbedingt wiederholen. Andernfalls kann das Problem in Kürze wieder auftreten.

Eine mechanische Entfernung oder zumindest eine Aufwirbelung des Biofilms ist unerlässlich: Hat sich der Biofilm zum Beispiel auf Rollabdeckungen angesiedelt oder in schwer zugänglichen Bereichen des Beckens, so sind auch diese mechanisch zu reinigen.

Dieser Artikel ist in Ausgabe 37 des pool Magazins erschienen.

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Kommentare (2)

  1. Hallo ist dieser Biofilm schädlich für Menschen ?
    War nicht der Nacht im Pool und hatte es nicht gesehen erst heute Morgen?
    Und jetzt geht es mir schlecht Kopfschmerzen etc… ?

  2. Klaus Müller von Kralik

    Hallo
    Habe genau nach Anweisunggebürstet, gereinigt, Boden abgesaugt, 25gr Chlor/cbm zugegeben und 24 Std. Filter laufen lassen. Rückgespült und Chlorwert gemessen.
    Die Farphiole zeigt statt einer Gelbvariation dunkles Rot. Was nun?
    Beste Grüße
    Klaus MvK

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